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Garten- & Landschaftsbau

Garten anlegen in Darmstadt: Was Boden und Lage vorgeben

Ein Garten gelingt, wenn er von den Bedingungen des Grundstücks ausgeht und nicht von einem Bild. Welcher Boden vorliegt, wie viel Sonne welcher Bereich bekommt und wohin das Wasser läuft, entscheidet über die Pflanzenwahl weit mehr als der Geschmack. Darmstadt liegt am Übergang von der Ebene zum Odenwald, und schon dieser Übergang bringt innerhalb kurzer Entfernungen recht verschiedene Lagen mit sich.

Die Bestandsaufnahme vor dem Plan

Am Anfang steht kein Entwurf, sondern eine Bestandsaufnahme. Welcher Untergrund liegt tatsächlich an, wie tief reicht der gewachsene Boden, wo ist verdichtet worden, etwa durch früheren Baubetrieb. Diese Fragen beantwortet man nicht durch Ansehen, sondern durch Aufgraben an mehreren Stellen und, wo es darauf ankommt, durch eine Bodenuntersuchung. Was im Untergrund liegt, lässt sich nachher nur mit erheblichem Aufwand ändern.

Dazu kommt der Bestand über der Erde. Welche Bäume und Sträucher stehen bereits, wie alt sind sie, welche Wurzelbereiche sind tabu, wenn sie erhalten bleiben sollen. Ob für einen vorhandenen Baum eine Schutzvorschrift gilt, sagt Ihnen die zuständige Stelle; diese Auskunft gehört eingeholt, bevor eine Kettensäge eingeplant wird. Ein Garten, der um alten Bestand herum geplant wird, sieht nach wenigen Jahren aus wie einer, der immer da war.

Licht, Wind und Wasser am eigenen Grundstück

Notieren Sie über eine Weile, wo wann Sonne steht. Ein Beet, das im Frühjahr sonnig wirkt, kann im Sommer im Schatten des Nachbarhauses oder des belaubten Baums liegen. Die Rhein-Main-Ebene ist eine der wärmeren Gegenden des Landes; in einer offenen Südlage wird es in trockenen Sommern entsprechend heiß, während eine schattige Nordseite ganz andere Pflanzen trägt. Beides ist kein Problem, sondern eine Vorgabe.

Wasser ist die zweite Vorgabe. Wohin läuft Regen vom Dach, wo bleibt nach einem Guss eine Pfütze stehen, wo ist Gefälle und wohin führt es. Wer Flächen befestigt, verschiebt Wasser, und das Wasser sucht sich danach einen neuen Weg, oft an die Hauswand oder zum Nachbarn. Deshalb gehören Entwässerung, Versickerung und möglichst wasserdurchlässige Beläge in die Planung, nicht in die Nachbesserung.

Denken Sie beim Wasser in beide Richtungen. In heißen Sommern ist die Frage, woher Wasser kommt, so wichtig wie die, wohin es abläuft. Wer Regenwasser sammeln will, braucht dafür Leitungen und einen Speicher, und beides gehört in den Aushub, solange die Flächen ohnehin offen sind. Nachträglich ist es eine zweite Baustelle.

Pflanzenwahl zwischen Ebene und Odenwald

Aus Standort und Wasserverhalten ergibt sich die Pflanzenwahl fast von selbst. Für heiße, offene Lagen sind Arten sinnvoll, die mit Trockenheit umgehen; für schattige, kühle Bereiche solche, die es kühl mögen. Der Odenwald vor der Tür erinnert daran, dass ein kurzer Weg in Höhe und Ausrichtung die Bedingungen deutlich verschieben kann. Ein Fachbetrieb aus der Region kennt diesen Unterschied aus der Praxis und nicht nur aus der Pflanzenliste.

Denken Sie außerdem an die Pflege. Ein Garten ist keine Anschaffung, sondern eine Verabredung über Jahre. Wer wenig Zeit hat, plant Flächen, die mit wenig Eingriff auskommen: Gehölze statt Wechselflor, Stauden, die sich schließen, Rasenflächen nur dort, wo sie wirklich benutzt werden. Wer das gleich mitplant, muss später nicht zurückbauen.

Bauliches im Garten

Sobald etwas gebaut wird, kommt eine zweite Ebene dazu: Terrassen, Mauern, Zäune, Teiche, ein Gartenhaus. Was davon genehmigungspflichtig ist, hängt vom Vorhaben und vom Ort ab, und die verlässliche Auskunft gibt die zuständige Stelle, nicht das Internet und nicht der Nachbar. Fragen Sie frühzeitig, denn eine Genehmigung, die vor Beginn eingeholt wird, ist ein Formular, während eine nachträgliche Klärung ein Problem ist.

Bauliche Elemente brauchen außerdem einen Unterbau, der zum Untergrund passt. Eine Terrasse auf zu geringem Aufbau senkt sich, eine Mauer ohne ausreichendes Fundament arbeitet mit dem Frost, ein Weg ohne Randeinfassung wandert. Das sieht man nicht am ersten Tag und nach einigen Wintern sehr deutlich. Genau hier zeigt sich, ob jemand geplant oder nur verlegt hat.

Ein Wort zur Nachbarschaft. Grenzabstände, Höhen von Bauten und Pflanzen und der Umgang mit überhängenden Zweigen sind geregelt, und die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland. Ein Blick in die geltenden Vorgaben und ein Gespräch über den Zaun sind billiger als eine Auseinandersetzung, die zwei Gärten über Jahre begleitet.

Ein Garten ist die einzige Baustelle, die nach der Fertigstellung erst anfängt. Was Sie in der Planung an Bedingungen ernst nehmen, arbeitet danach für Sie; was Sie überspringen, arbeitet gegen Sie, und zwar jedes Jahr aufs Neue. Die Zeit für die Bestandsaufnahme ist deshalb die am besten investierte des gesamten Vorhabens.

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